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Intuitives Malen

Beim intuitiven Malen werden Gefühle zugelassen und bewusst dargestellt.

Intuitiv malen bedeutet, das Unkontrollierbare, das innere Ungeheuer, die verletzten Gefühle, die verletzten inneren Kinder voller Trauer, Wut und Enttäuschung zu umarmen. Kontakt mit den verdrängten Anteilen aufzunehmen, wieder in Beziehung zu treten und somit diese Energie wieder zur Verfügung zu haben um lebendig zu werden.

Besonders Menschen, die keine gute Selbstwahrnehmung haben, die Gefühle wenig zulassen können, die sehr im Kopf sind, sehr perfektionistisch sind, kommen in die Indikationsgruppe „intuitives Malen“. Jene, die sich bei der Frage, ob sie malen können oft als fantasielos bewerten.

Diese Ängste zu nehmen ist die Aufgabe des Therapeuten. Normalerweise ist in der Erziehung alles darauf ausgerichtet Spontaneität zu unterdrücken. Beim intuitiven Malen wird versucht diese hervorbringen. Der Therapeuten baut mit den Teilnehmenden vorerst eine ganz andere Beziehung auf, als die welche sie eventuell noch von Unterrichtsstunden aus ihrer Schulzeit kennen.

Es wird eine Atmosphäre des “so sein dürfen“ im Raum aufgebaut, um das kreative Potenzial zu fördern. Jeder Weg nach innen, den ein Mensch geht, unterscheidet sich vom Weg, den ein anderer geht. Einigen fällt es leicht, den Kontakt zu ihrem Inneren herzustellen. Andere brauchen für den Zugang zu ihrer Kreativität Jahre.

 

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Indikationsgruppe „intuitives Malen“

Die Indikationsgruppe „intuitives Malen“ findet 4x jeweils am Donnerstagnachmittag von 15:00 bis 16:30 Uhr statt. Es ist eine Gruppe von 6 bis 8 Patienten, welche vom therapeutischen Team gemeinsam ausgesucht werden.

In der ersten Indikationsgruppeneinheit wird versucht ein „Gefühlsbild“ zu malen. Wichtig dabei ist es sich seiner Gefühle bewusst zu werden und zu erkennen: „Ich fühle gerade…“ und sich diese Eigen zumachen – „jawohl, das sind meine Gefühle. Sie gehören zu mir. Ich darf sie auch spüren. Ich muss sie nicht verdrängen.“ Daraus lernen die Patienten sich in Fluss des Lebens hineinzuwagen und dem „Malfluss“ vertrauensvoll hinzugeben.

Zuvor sind oft noch andere kleine Hürden zu nehmen. Ein Patient kommt in die Gruppe mit einer großen inneren Unsicherheit. Der Therapeut fragt ihn wieso er glaubt, dass er der Indikationsgruppe „intuitives Malen“ zugeordnet wurde? Er antwortet: „Wahrscheinlich, weil ich das überhaupt nicht kann.“ Der Patient braucht die ersten zwei Mal viel Erlaubnis „nicht schön“ malen zu dürfen, weil er sehr hohe Ansprüche hat und für ihn das Medium Malen bedeutet sich auf etwas völlig Neues, Unbekanntes einzulassen. Aber gerade dies eröffnet ihm im Laufe der Zeit ungeahnte Erfahrungen und Erkenntnisse. Genau das ist das wunderbare beim intuitiven Malen. Wenn sich jemand darauf einlassen kann, entstehen neue Sichtweisen und das Vertrauen in das Unbekannte wächst, denn wir können unmöglich unser Leben bis aufs Tüpfelchen vorausplanen.

Was wir aber lernen können ist, uns in jedem Moment dafür zu entscheiden zu leben und im hier und jetzt aufmerksam da zu sein.

Entstehen von Körperbildern

  • Übungen um den Körper zu spüren – durch den Raum gehen, die Füße spüren, den Boden wahrnehmen, wie ich einen Schritt nach dem anderen setze, stehen bleibe mich verwurzeln
  • Sich als Paare zusammen finden
  • Ein großes Blatt auf den Boden legen
  • Einer beginnt mit der Spürübung – Körperhaltung auf dem Blatt einnehmen. Der andere zeichnet die Umrisse nach (abwechselnd)
  • Jeder gestaltet nun sein Körperbild
    Anleitung: Malen sie so, dass eine Körperlandschaft entsteht, die ihren Empfindungen und Gefühlen ihrer Körperteile entspricht.
  • Anschließend – Nachbesprechung – nicht wertend, nicht interpretierend.

 

Im Anschauen der Bilder, durch Nachfragen, durch Zufälligkeiten können wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, z. B.: Kann ich mich schützen, indem ich einen roten Schutzkreis um mich male?  Oder schütze ich mich so stark mit Stacheldraht, dass niemand mehr zu mir durchkommt?