Impressionen unser Gartengruppe

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Erde umgraben, Samen hineinlegen, Blumen, Sträucher und Gemüse pflanzen haben einen positiven Einfluss auf Körper, Geist und Seele. Gartenarbeit als sinnvolle Therapieform wurde schon im 18. und 19. Jahrhundert entdeckt, als Philosophen und Pädagogen mehr Grün ins graue Einerlei der Städte forderten. Neueste Studien gehen sogar so weit zu behaupten, dass Gartenarbeit heilsame Kräfte besitzt. So ist es nicht verwunderlich, dass moderne Therapieeinrichtungen wie das Krankenhaus Maria Ebene mit der Haltung eines kleinen Gärtchens auch therapeutische Zwecke erfüllen. Darüber hinaus hat dieses Kleinod beim “Stall” (wie die Gartenlaube genannt wird) noch vielfältige andere Funktionen.

Die hauseigene Küche wird (beinah) täglich mit frischem Grünzeug (Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckl, Basilikum, Melisse usw.) sowie mit Gemüse, welches man in diesen natürlichen Formen und  Geschmack im Supermarkt nicht finden wird, beliefert. Wenn Uneinigkeit darüber herrscht, ob ein 2 Kilo Ungetüm als Zucchini oder Spaghetti-Kürbis sprießt, kann man die Vielfalt und starrköpfige Natürlichkeit der Natur erkennen und hautnah erleben. Die tägliche Ernte findet man meist bereits wieder beim Mittagessen in der Suppe, im Salat oder als Dekoration auf dem Braten.

Weiters werden in Indikationsgruppen zum Beispiel ein Insektenhotel errichtet, Beete umgegraben und neu bepflanzt oder Kräuter getrocknet, gerebelt, gehackt, gezupft und als Tee, Kräutermischung oder in anderen Formen für verschiedenste Zwecke fertig gestellt. Zudem wird der Garten bzw. der “Stall” vielfach als Rückzugsort genutzt. Hier kann man in aller Ruhe Gedanken sortieren, sich einer Lektüre widmen oder sich mit seinen Liebsten zu Hause austauschen.

Auch Missbräuche des Gartens sind bekannt. So wurde einmal ein hausfremder Erdbeerdieb auf frischer Tat beim Beutezug und ein andermal ein Patient beim Färben von Hühnern ertappt…

Das Panorama ist einzigartig, man kann sogar den Sonnenuntergang über den Schweizer Bergen bewundern. Genauso wohltuend für die Seele kann sein, bei Regen unter dem Vordach zu sitzen, einen selbst geernteten Zitronenverbenen-Tee zu schlürfen und mit den Leidensgenossen (= Mitpatienten) ernsthaft über Gott, die Welt und das eigene Leben zu philosophieren oder einfach nur rumzublödeln und Spaß zu haben (ja, auch das gehört zur Therapie!).

Von: Elke, Ina, Josef, Harald, Wilfried, Holger und Patrick