Geschichte

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Die Gründung des Krankenhauses ist untrennbar mit der Person von Fr. Rosl Bitschnau verbunden, die 1960 die Leitung des SMD der Caritas übernahm und für die Betreuung von Alkoholkranken und deren Familien zuständig wurde. Die stationäre Behandlung erfolgte damals entweder an der Psychiatrie des LKH Rankweil oder an Fachabteilungen in Wien/Kalksburg sowie im umgebenden Ausland.

Baubesichtigung

Baubesichtigung mit Rosl Bitschnau (Bildmitte)

Fr. Bitschnau pflegte damals einen intensiven Kontakt mit Hr. Univ.-Prof. Prim. Kornelius Kryspin-Exner, der zunächst u. a. Kalksburg leitete, später der psychiatrischen Universitätsklinik in Innsbruck vorstand. Da die stationäre Behandlungssituation damals aus mehreren Gründen unbefriedigend war, entstand ein intensives Bemühen, in Vorarlberg ein eigenes Suchtkrankenhaus zu gründen. Nach langen Verhandlungen unter Federführung der Caritas wurde die Organisationsform einer Stiftung gewählt (Präsident seit Beginn Altlandeshauptmann Dr. Herbert Kessler). Vom seraphischen Liebeswerk wurde das Objekt in Frastanz eingebracht, welches früher u. a. ein Kinderheim gewesen war. Das Krankenhaus sollte ein Teil der Behandlungskette sein – sowohl im Vorfeld (Motivationsarbeit) als auch in der Nachbetreuung, gemeinsam mit psychosozialen Stellen wie dem SMD der Caritas sowie mit Haus- und Nervenärzten.

Die Stiftung selbst wurde 1975 gegründet, erster Angestellter war der spätere Verwaltungsdirektor Mag. Anton Pfleger, der mit Jahresende 2000 in Pension ging. Erster ärztlicher Leiter war bis 1983 Dr. Herwig Scholz.

Am 19.10.1976 wurde der erste Patient aufgenommen. Zunächst standen 20 Betten zur Verfügung, die Kapazität wurde in den folgenden Jahren auf 40 Betten erhöht und auch das therapeutische Angebot wurde mit einer zunehmenden Integration von psychotherapeutischen Einzel- und Gruppenverfahren erweitert.

1983 übernahm Dr. Reinhard Haller die ärztliche Leitung und wurde dadurch der jüngste Primararzt Österreichs.

1984 erhielt das Team, welches sich auf die Behandlung von Drogenpatienten, insbesondere von Heroinabhängigen, spezialisiert hatte, mit der Drogenstation Carina eine eigene Einrichtung.

Ein ähnlicher Schritt wiederholte sich 1995, nachdem innerhalb der Patientenpopulation eine neue Suchtgruppe von jugendlichen Drogengebrauchern entstanden war, für die ein individuelles 3- bis 6-monatiges Behandlungskonzept entwickelt wurde (Therapiestation Lukasfeld in Meiningen).

Zwischenzeitlich hatte 1990 das Krankenhaus selbst einen zusätzlichen Trakt erhalten, wodurch die Anzahl der Behandlungsplätze auf 50 erhöht werden konnte, ein Viertel davon für Frauen.

Seit 1992 gibt es das Konzept der „teilautonomen Kernteams“, die aus mehreren therapeutischen Berufsgruppen zusammengesetzt sind. Diese Teams betreuen Patientengruppen von jeweils ca. 20 bis 25 Personen in ihrem 8-wöchigen Therapiezyklus. Die Kernteams werden ebenso wie die Ambulanz von Fachärzten geleitet. Das Team zeichnet sich u. a. durch eine geringe Fluktuation aus, d. h., die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind schon seit vielen Jahren im Haus und konnten dadurch einen hohen Grad an Qualifikation und Erfahrung erwerben. Dem therapeutischen Team sind zwei Sekretärinnen zugeordnet.

1999 wurde der Verein „Friends of ME“ gegründet, der Verein der Förderer des Krankenhauses Maria Ebene.

Im Jahr 2001 wurde ein zusätzliches Behandlungsverfahren eingeführt und zwar die einwöchige Kurzzeittherapie mit den Schwerpunkten Akutbehandlung und Krisenintervention. Im selben Jahr wurden neuerliche Umbauarbeiten begonnen, die auf eine Verbesserung der Infrastruktur abzielen, z. B. Hygienezellen in den meisten Zimmern, Vergrößerung des Turnsaals etc.. In weiteren Bauabschnitten sollen u. a. der Ambulanzbereich und die Küche ausgebaut und modernisiert werden.

2002 wurde der C-Trakt und der B-Trakt am Krankenhaus Maria Ebene fertig gestellt.

Um den hohen und immer noch wachsenden Bedarf (von 500 bis 600 Kontakten im Jahr 1983 auf zirka 6.000 im Jahr 2004) an ambulanter Betreuung abzudecken, wurden im Mai 2006 neue Räumlichkeiten für die Ambulanz in Betrieb genommen. Der Trend hat sich auch in den darauffolgenden Jahren fortgesetzt. Im Jahr 2012 wurde die Ambulanz am Krankenhaus  9345 Mal frequentiert.

Die Stiftung Maria Ebene wird sich weiterentwickeln, am Puls der modernen Suchttherapie bleiben und sich auf neue Erfordernisse im Suchtbereich einstellen. Am Krankenhaus Maria Ebene wurden zwei neue stationäre Therapieangebote für die immer größer werdende Zahl von Spielsüchtigen und für „Heavy smokers“ eingerichtet.

2013 wird der Sanierungs- und Erweiterungsbau am Krankenhaus in Frastanz in Angriff genommen. Zudem werden Betten für eine Krisen- und Kurzzeitstation geschaffen, sodass auch jenen Patienten, die aus verschiedenen Gründen keine komplette Entwöhnungstherapie machen können, aberunmittelbarer Hilfe bedürfen, Rechnung getragen wird.